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Auf dem Weg zur mutterlosen Gesellschaft? – Was die Krippenbetreuung mit unseren Kindern macht

27. März, Uhrzeit: 14:00 - 29. März, Uhrzeit: 13:30 CET

34. Jahrestagung der GESELLSCHAFT FÜR PSYCHOHISTORIE UND POLITISCHE PSYCHOLOGIE (GPPP)

„Hört ihr die Kinder weinen?“ – Unter diesem Buchtitel stellte der amerikanische Psychohistoriker Lloyd deMause als Herausgeber die Forschungsergebnisse zahlreicher Fachwissenschaftler zur Geschichte der Kindheit anfangs der 1970er Jahre der Öffentlichkeit vor. Nicht nur für diese Historiker war es eine schwere Kost, von ihm das einleitende Statement zu hören: „Die Geschichte der Kindheit ist ein Alptraum, aus dem wir gerade erst erwachen.“ Ein Alptraum voll von Berichten, dass Kinder getötet, ausgesetzt, geschlagen, gequält und sexuell missbraucht wurden!

Die Evolution der Eltern-Kind-Beziehungen ist eine unabhängige Quelle des historischen Wandels, das sagt uns die psychogenetische Geschichtstheorie. Durch den „Engpass“ der Kindheit werden psychische Strukturen von Generation zu Generation weitergegeben, und damit sind die Praktiken der Kindererziehung mehr als ein beliebiges kulturelles Merkmal einer Gesellschaft neben anderen.
Die Mitglieder der GPPP vertreten diese „neue“ Psychohistorie seit den 1970er Jahren. Wir untersuchen vorrangig die unbewussten Hintergründe und Wurzeln von aktuellen und historischen Entwicklungen, gesellschaftlichen Institutionen, kulturellen Normen und politischen Entscheidungen.
In der Psychohistorie zielen unsere Bemühungen darauf, neue Chancen des tiefenpsychologisch reflektierenden Mitwirkens an der gesellschaftlichen Meinungs- und Willensbildung zu eröffnen – in der Hoffnung, der mächtigen Sogwirkung von Feindbildern, Zerstörung und Gewalt vorzubeugen sowie den Werten der Solidarität und Kooperation mehr Geltung zu verschaffen.

Diese wissenschaftliche Psychohistorie exploriert und interpretiert Erfahrungen mit kritischer Reflektiertheit. Sie:
a) thematisiert die Geschichte der Kindheiten und berücksichtigt dabei die Erkenntnisse der prä- und perinatalen Forschung als wesentlich mit,
b) nimmt eine transgenerationale Weitergabe psychischer Strukturen und Traumatisierungen in der frühen Kindheit wie in späteren Lebensabschnitten in den Blick und arbeitet individuelle und gruppenspezifische Verarbeitungsformen heraus,
c) sucht und untersucht die historischen Motivationen in Klein- und Großgruppen sowie ihre unbewusst-irrationalen Dynamiken und beleuchtet das öffentliche Ausagieren dieser Gruppen-Fantasien,
d) erkundet und reflektiert Anwendungs-Möglichkeiten psychoanalytischer, psychologischer und besonders bindungstheoretischer Erkenntnisse im historischen und historiographischen Prozess.
Hören wir die Kinder noch immer weinen?!
Heinrich Reiß, geschäftsführender Vorsitzender der GPPP

–> Flyer hier herunterladen

Details

Beginn:
27. März, Uhrzeit: 14:00
Ende:
29. März, Uhrzeit: 13:30
Veranstaltungskategorie:

Veranstalter

GESELLSCHAFT FÜR PSYCHOHISTORIE UND POLITISCHE PSYCHOLOGIE (GPPP)
Telefon:
06221 892729
E-Mail:
tagung@psychohistorie.de

Veranstaltungsort

Institut für Medizinische Psychologie
Bergheimer Straße 20
69115, 69115 Deutschland
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